Parametrische Utopie
Parametrisches Entwerfen, Berlin
Wissenschaftliche Arbeit, Wintersemester 19/20
Eine Utopie als Antwort auf die Herausforderungen der heutigen Stadtplanung
Aufgabe unserer Zeit ist es, neue, nachhaltige und vor allem platzsparende Lösungen für das Koexistieren des Menschen mit seiner Umwelt in der Stadt zu entwickeln.
Urbane Räume sind schon immer ein Motor für Interessen, Austausch, Innovationen, Hoffnungen und Konflikte. Die zunehmende Urbanisierung der Welt bietet der Menschheit eine Vielzahl an Möglichkeiten, stellt aber auch vor Herausforderungen.
Wie geht es weiter? Gibt es neue große Ideen? Eine, die das Ideal der „autogerechten Stadt“ ersetzen kann und eine dichte Stadt fördert?
In einer wissenschaftlichen Arbeit habe ich mich mit der datenbasierten parametrischen Stadtplanung und dem möglichen Umgang mit der Stadt in der Zukunft beschäftigt. Dabei habe ich die Herausforderungen des heutigen Städtebaus betrachtet und verschiedene Stadtutopien der vergangenen Jahrzehnte in Hinsicht auf ihre Aktualität analysiert.
In einem eigenen Anwendungsbeispiel wird, teils experimentell, auf die Möglichkeiten der parametrischen Stadtplanung mithilfe von Open Street Map Daten eingegangen.
In meiner Utopie Raumstadt 2.0 habe ich verschiedene Utopien der 60er und 70er Jahre aufgegriffen und mit dem Konzept der dichten Stadt vereint.
Der Vorschlag einer dreidimensionalen räumlichen Überbauung ermöglicht die Unterbringung von viel Wohn-, Lebens und Arbeitsraum bei nur wenig Bodenbedarf. Als eine Antwort auf die Zurückbesinnung zur fußgängerfreundlichen und grünen Stadt erfindet der Entwurf den öffentlichen Raum der Stadt neu. Die aktuell versiegelten Flächen, z.B. Straßen, können teilweise in neue Grünflächen verwandelt werden. Durch das Zusammenrücken in der Stadt wird mehr Wohnraum geschaffen und Redlining vermieden. Sinnvoll gelegte und effiziente Verkehrswege sowie neue Sozialräume fördern die Interaktion und das Miteinander der Bevölkerung. Das räumliche Netzwerk wirkt wie ein Katalysator auf den sozialen urbanen Raum, vorhandene städtische Attraktoren werden gestärkt. Die kurzen Wegebeziehungen und die dichten Verknüpfungen von Amenities helfen beim Aufbau einer Stadtstruktur auf Basis der Stadt der kurzen Wege. Durch das Wachstum in die Höhe kann wertvoller Grünraum erhalten bleiben und eine weitere Ausdehnung der Stadt ins Umland wird vermieden.
Das Modell eines neuen und qualitativen Wegenetzes über der bestehenden Stadtstruktur soll Anregung zum Aus- und Umbau bzw. Weiterbau unserer heutigen Städte geben.